29. Okt. 2018

1. Herren

Glücklicher Sieg gegen den TuS Bielefeld/Jöllenbeck II

Nach der Herbstpause begrüßten wir vergangenen Samstag die Oberliga Reserve des TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck zum nächsten Heimspiel in der Halle Aspe. Nach unserem Auswärtssieg in Oberlübbe waren wir auch zuhause gewillt, unsere Serie der siegreichen Partien nicht abreißen zu lassen. Gewarnt waren wir allerdings auch vor einem starken Aufsteiger, der den Ball schnell durch die eigenen Reihen laufen lässt und durch gute Ergebnisse auf sich aufmerksam machen konnte. Bis auf Tim Jo Kürten und Moritz Sibma (spielten dieses Wochenende in der 2.) konnten wir auf alle Spieler zurückgreifen. Florian Krüger und Philipp Papajewski nahmen auf der Tribüne Platz.

Es entwickelte sich von Beginn an eine krampfhafte Partie und wir bekamen offensiv gefühlt überhaupt nichts zustande. Ballverlust um Ballverlust resultierte in Gegenstößen der Gäste aus Jöllenbeck. Einzig Marc Essen im Tor war es zu verdanken, dass wir nach 5 Minuten nicht schon mit mehreren Treffern zurücklagen. Nach 7 gespielten Minuten und beim Stand von 1:1 bat Coach Freier zur taktischen Besprechung und versuchte uns wachzurütteln. Langsam fanden wir ein wenig Rhythmus und konnten nach 14 gespielten Minuten beim 4:3 durch Lars Görder das erste Mal in Führung gehen. Nach zwei klasse Toren von Carlos Hummerjohann und beim 6:5 für uns, nahm nun der TuS seine Auszeit in der ersten Hälfte und wir verloren komplett den Faden. Vorne spielten wir ohne Druck, konfus und schafften es nicht einmal ansatzweise in gute Wurfsituationen zu kommen, außerdem trafen wir zu oft die falsche Entscheidung. Beim 7:7 durch Marvin Anzer schien die Welt noch halbwegs in Ordnung zu sein, ehe wir uns einem 4:0-Lauf der Gäste ausgesetzt sahen. Nach einer absolut schwachen ersten Hälfte, in der bis auf Marc Essen im Tor niemand Normalform erreichte, mussten wir uns mit 7:11 in die Kabinen verabschieden.

Es folgte eine ruhige Halbzeitansprache, in welcher die Aufstellung mehrfach geändert wurde und sich die Verunsicherung der Mannschaft auch aufs Trainerteam übertragen hatte. Wir fassten am Ende natürlich dennoch den Entschluss, all das, was wir im ersten Durchgang vermissen ließen, besser zu machen und unsere Stärken wieder besser auszuspielen. Nachdem wir in der Deckung nun auf eine offensivere 4-2 umschwenkten, schienen wir wenigstens wacher zu werden, auch wenn der Erfolg dieser Umstellung zunächst noch auf sich warten ließ. Nach 37 Minuten liefen wir beim Stand von 10:14 immer noch einem 4-Tore Rückstand hinterher. Erst nach 42 Minuten konnte Marvin Anzer, der nun mehrfach über die halbrechte Position nach gelungenem Eins-gegen-Eins erfolgreich sein konnte, auf 14:16 verkürzen. Wir standen hinten nun kompakter und konnten ein paar wichtige Bälle für uns gewinnen, sodass wir das erste Mal seit Minute 25 wieder in Schlagdistanz waren: Tom Ostrop erzielte den Anschluss zum 16:17 (48.). Nun ging es hin und her. Jöllenbeck legte vor, wir zogen nach. Unser Kapitän Nico Timm erzielte in der 51. Minute den erneuten Anschluss zum 19:20. Nachdem Rafael Jacobsmeier für uns zum 22:22 genau fünf Minuten vor Ende der Partie ausgleichen konnte, brach die spannende Schlussphase an. Nach 57 Minuten gelang es Carlos Hummerjohann unsere erste Führung (24:23) seit dem 6:5 zu erzielen. Kurz darauf flog Julian Göke mit seiner dritten Zwei-Minuten Strafe vom Platz und wir sahen uns den kommenden zwei Minuten der Überzahl der Gäste ausgesetzt. Beim 24:24 und 45 Sekunden vor dem Ende bat uns Howie Freier zur letzten taktischen Besprechung für die verbleibenden Spielmomente. Als sich dann auch der Rückraumlinke des TuS eine glatt rote Karte abholte, nachdem er Paul Freier bei einem Zweikampf im Gesicht traf, bekamen wir 25 Sekunden vor Ende einen 7m zugesprochen. Diesen konnte der gute Keeper der Jöllenbecker parieren, wehrte den Ball aber zu unserem Glück ins Seitenaus ab, sodass wir in Ballbesitz blieben. 15 Sekunden waren noch auf der Uhr als der Einwurf ausgeführt wurde: wir spielten den Ball ruhig durch bis sich Rafael Jacobsmeier 2 Sekunden vor der Schlusssirene ein Herz fasste und den Ball per Standwurf über die Mitte und durch die Hosenträger des gegnerischen Keepers in die Maschen drosch. Der Jubel auf dem Spielfeld und auf den Zuschauerrängen kannte keine Grenzen.

Am Ende steht für uns ein hart erkämpfter Arbeitssieg zu Buche, bei dem wir am Ende auch ein wenig Glück hatten. Auch Coach Freier schien nach dem Spiel sichtlich mitgenommen, schreckte auch vor Selbstkritik nicht zurück: „Gefühlt haben wir nur einmal geführt und das war am Schluss. Keiner meiner Spieler erreichte Normalform. Ich war phasenweise überfordert und mir fehlten die Impulse.‟  

HBS: Essen, Hoffmann, P. Göke (Tor); M. Anzer (10/2), Jacobsmeier (4), Hummerjohann, Görder (je 3), Timm (2), Busse, J. Göke, Ostrop (je 1), K. Anzer, Freier

TuS 97 II: Grafen, Ruhenstroth (Tor); Jahr (6), Weigang (5), Heidemann (4/2), Küthe (4), Zimmerling (2), Steffen, Kristen, Markworth (je 1), Höner, Hippe

Dennoch bleiben wir auch nach diesem schweren Spiel mit 12:0 Punkten ungeschlagener Spitzenreiter in der Landesliga Staffel 1. Am kommenden Samstag gastieren wir beim Tabellenzehnten TuS Gehlenbeck. Anwurf im Wittekind Gymnasium in Lübbecke ist um 19:00 Uhr. Nur mit eurer Unterstützung können wir auch bei diesem schweren Auswärtsspiel die Punkte entführen und weiterhin ohne Niederlage bleiben!